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Projekt Tibet 2011 - 12

Exil-Tibeter und Tibet-Kenner zu Gast an der LBS „Savoy“

Erst kürzlich fand an der Landesberufsschule für das Gastgewerbe „Savoy“ in Meran ein Vortrag über Tibet statt. Referenten waren der Leiter der Eurac-education und Tibet-Kenner Günther Cologna und der in Bozen ansässige und an der Eurac tätige Tibeter Tenzing Choesang. Im Rahmen eines Projektes, das von den Lehrpersonen Evi Pfeifhofer und Alfons Nock durchgeführt wurde, erfuhren die SchülerInnen zweier Bienniumsklassen Näheres über die Situation Tibets früher und heute. Günther Cologna berichtete dabei über die Geschichte des Landes und die Wichtigkeit Tibets für China. Das Gebiet dient als „Prellbock“ und natürliche Grenze zum Nachbarland Indien und ist als Rohstofflieferant, v. a. für Lithium, und als Quellgebiet der wichtigsten asiatischen Flüsse unentbehrlich. Deshalb wird China seiner Einschätzung nach den Forderungen Tibets nach Eigenständigkeit kaum nachgeben. Er ging nachher auch auf die Rolle des Dalai Lama ein und erstaunte die SchülerInnen damit, wie ein religiöses Oberhaupt durch eine eigene Kommission bereits im Kindesalter ausfindig gemacht und auf dieses Leben durch eigene Lehrer und eine spezielle Erziehung vorbereitet wird.

Tenzing Choesang, ein in Indien geborener, staatenloser Exil-Tibeter, erzählte dann von den verschiedenen Stationen in seinem Leben. Er beeindruckte die Schüler mit den Aussagen, dass er als Staatenloser in seinem Leben neben seiner Muttersprache drei gänzlich voneinander unterschiedliche Sprachen in Wort und Schrift (Englisch, Chinesisch, Hindi) erlernen musste. Aufgrund eines Stipendiums des Landes Südtirols kam er an die Universität Bozen, wo er sich dann wiederum zwei neue Sprachen aneignen musste. Anschließend wurde er von der Eurac als Informatikmitarbeiter gewonnen und lebt seither mit seiner Frau in Bozen. Seiner Auffassung nach macht Tibet den Fehler, sich zu sehr von der chinesischen Mehrheit abzuschotten und zu isolieren, anstatt ein Miteinander und ein friedliches Zusammenleben anzustreben. Denn beide Kulturen könnten voneinander lernen und sich gegenseitig bereichern.

Im Anschluss zeigten die SchülerInnen durch zahlreiche Fragen ihr reges Interesse am Thema.


Elisabeth Mayr und Hannes Pirhofer (2. HTFS A):

Ganz besonders berührt hat uns, wie Tenzing Choesang seine Lebensgeschichte in Indien erzählt hat. So wurde uns bewusst, wie schwer das Leben eines Exiltibeters ist. Aufgefallen ist uns, dass Tenzing seine Lebensgschichte voller Freude erzählt hab. Während er uns über das heutige Leben in Tibet erzählt hat, hat uns Günther Cologna sehr viel Wissenswertes über die Geschichte Tibets und über den Dalai Lama erzählt. Wir finden, dass der Vortrag sehr interessant und lehrreich war.

Evi Gufler und Katharina Prünster (2. HTFS B):

Uns ist durch den Vortrag bewusst geworden, wie gut es uns als Minderheit hier in Italien mit unserer Autonomie geht und wir wünschen den Tibetern auch, dass sie in naher Zukunft gleichberechtigt mit den Chinesen leben können. Auch wäre es wichtig, dass sie ihre Kultur und Tradition bewahren können und keine Nachteile z. B. im Arbeitsleben erleiden. Bis jetzt ist es nämlich so, dass alle wichtigen Unternehmen in chinesischer Hand und alle wichtigen Positionen mit Chinesen besetzt sind.