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Gast sein in einer fremden Familie 2013 - 14

Gast Sein in einer fremden Familie

Damit Toleranz nicht nur ein Wort bleibt, haben sich die Mädchen der LBS Savoy zum Internationalen Tag der Toleranz (16. November) entschieden einen Vorstoß in eine fremde Kultur zu wagen und das Projekt „Toleranz üben“ in die Tat umzusetzen.
Als Schülerinnen der „Schule gegen Rassismus“ haben sie in Zusammenarbeit mit dem Ausländerbeirat der Gemeinde Meran Familien aus Senegal, Albanien, Pakistan und Marokko kontaktiert, die bereit waren sie einen Abend lang zu sich nach Hause einzuladen und Einblick in ihre Lebensweise zu geben. In der Woche zwischen den 11. und 16. November durften die Mädchen in ausländischen Familien zu Gast sein und auf ihre neugierigen Fragen Antworten holen. Gespannt, aufgeregt, aber mutig, wagten sie den ersten Schritt in eine unbekannte Kultur.

Es galt die sprachlichen Herausforderungen anzunehmen, denn kommuniziert wurde in vier verschiedenen Sprachen, oder mischmasch, je nach Sprachkenntnissen von Teilnehmerinnen und Familien. Hautnah erlebten sie Vergleiche zwischen den kulturellen Gepflogenheiten der Gastgeberfamilie und der Südtiroler Tradition. Beim Abendessen wurden den Mädchen landestypische Speisen aus dem Herkunftsland aufgetischt und erklärt: für Gastgewerbeschülerinnen besonders interessant und zusätzliche Bildung.

Das Schicksal einiger Familien stimmten sie nachdenklich: Flucht vor Armut, politischer Verfolgung, Arbeitssuche, Isolation.

Überrascht waren die Mädchen aber ganz besonders von der Herzlichkeit und Gastfreundschaft. Kontaktängste wurden überwunden und vorhandene Vorurteile abgebaut.

„Es war gut, dass wir Jugendliche einmal die Chance hatten selbst Initiative zu ergreifen um ein gutes Miteinander aufzubauen, denn wir wohnen mit diesen „Bürgern anderer Sprache“ zusammen im selben Land, meinte ein Mädchen am Abend nach ihrer Rückkehr.

Eine andere Schülerin sagte: „Ich bin offener für ausländische Mitbürger geworden und habe viel über Religion erfahren“.

Ihre Erfahrungen, Eindrücke und Meinungen haben die Mädchen bei einem Informationsabend in Wort und Bild den Heimkolleginnen weitergegeben.

Auf Wunsch aller Teilnehmer wird die Initiative im Frühjahr eine Neuauflage erfahren und im Ausländerbeirat der Stadt Bozen vorgestellt und weiterempfohlen.

Auf diesem Wege bedanken sich die Mädchen bei den „nicht mehr fremden Familien“ für das Öffnen von Herzen und Türen.Gast sein in einer fremden Familie