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Geschichte

Mit dem Gesuch vom 19. April 1895 um die Erteilung der Baugenehmigung zur Errichtung eines Wohnhauses an der Stefaniepromenade, eingereicht von Herrn Professor Deininger, beginnt die wechselvolle Geschichte dieses Hauses.

Der Meraner Bauunternehmer Pietro Delugan wird mit der Errichtung des Neubaus beauftragt. Die Fundamente, die Kellergemäuer und die Umfassungsmauern des projektierten Baues sollen aus Bruchsteinen, die Zwischenwände aus Backsteinen bestehen. Für die Deckung des Daches sind Schieferplatten vorgesehen. Nach Fertigstellung des Neubaues am 17. Februar 1896 wird im März desselben Jahres der Bewohnungs- und Benützungskonsens an Herrn Deininger erteilt.

Bereits am 2. September 1896 scheint eine Frau Dr. Euchta als Eigentümerin der neuerrichteten Pension auf. Das Haus verfügt in dieser Zeit über ca. 30 Betten.

Laut Kaufvertrag  vom 3. Oktober 1899 geht das Eigentumsrecht der Pension "Euchta" schließlich an Herrn Fritz Brunner über. Das Haus wird nunmehr unter dem Namen "Hotel Savoy", Stefaniepromenade Nr. 15 und später Beda Weber Straße Nr. 1 geführt.

Um seiner Zweckbestimmung als Hotel Rechnung zu tragen, sind im Mai des Jahres 1900 ein Zubau sowie die Erhöhung des Hotelgebäudes geplant. Wiederum wird Pietro Delugan mit der Ausführung der Bauarbeiten betraut. Der Aufbau dient laut Baubeschreibung der Gewinnung neuer Fremdenzimmer. Auch ein bequemer Zugang soll laut Adaptierungsarbeiten im Hochparterre geschaffen werden. Dies geschieht durch die Anlegung einer Freitreppe in das Vestibül, wo ein Aufzug für die Gäste bereit steht. Der Anbau sollte aus Souterrain (unter anderem Hauptküche, Esszimmer, Office beinhaltend) und aus Hochparterre (großer Speisesaal, Lese- und Raucherzimmer) bestehen. Im November 1901 ist der im Mai 1900 geplante Aufbau einer dritten Etage abgeschlossen und das Hotel verfügt nun über 130 Betten. In den folgenden Jahren erfährt der Baukörper weitere, kleinere Ausgestaltungen.

Nach Ende des ersten Weltkrieges muss der Besitzer Fritz Brunner als deutscher Staatsbürger Italien verlassen, wobei das Haus im Kaufvertrag vom 8. Mai 1920 an die italienische Aktiengesellschaft Mantovana Ammobiliamento Decorazione Abbigliamento (SMADA) übergeht.

Bereits am 1. September 1921 geht das "Hotel Savoy" in den Besitz der Schweizer Familie Eduard Bezzola-Wiedemar über. Bezzola bekleidet im selben Zeitraum die Stelle als Direktor des Hotelkomplexes "Palace Hotel Waldhaus" in Flims in Graubünden (ca. 400 Betten, fünf Sterne Hotel). Nur mit großer Mühe gelingt es dem Besitzer im Jahre 1923, mit Unterstützung des damaligen Bürgermeisters Dr. Markart, die geplante Errichtung des Stickstoffwerkes am gegenüberliegenden Ufer der Passer zu verhindern. Der Bau des großen Montecatini-Werkes, nahe am Stadtrand, hätte den Kurort Meran sicherlich immensen Schaden zugefügt. Bereits einige Zeit vorher hatten die Besitzer des Hotels entlang der Passer bewusst Grundstücke erworben um, eine Verbauung unmöglich zu machen.

Nicht immer als einfach gestaltet sich die Führung des Hotelbetriebes während der folgenden Jahre. Um 1930 verlangt das faschistische Regime die Änderung des Hotelnamens in "Albergo Savoia". Es gelingt aber dem Besitzer, die Behörden zu überzeugen, dass die Bezeichnung "Savoy" als international renomierter Name eines Hotels gilt.

Die Hotelführung steht damals in der Hand des Schweizers Emil Christen. Im Jahr 1939 tritt Christen in den Ruhestand, an seiner Stelle übernimmt das Ehepaar Eduard Dapra` und Ida Huwyler die Leitung des Hauses. Frau Huwyler stammt aus der Schweizer Hotellerie.

Im Kriegsjahr 1943 wird das Hotel durch die SS-Truppen beschlagnahmt und findet als Erholungsheim für höhere Militärs Verwendung und wird nicht als Lazarett benutzt, wie alle anderen Hotelgebäude in Meran. Möglicherweise spielt dabei auch die Tatsache eine Rolle, dass das "Hotel Savoy" Besitztum Schweizer Bürger ist.

Nach Ende des Krieges wird das Gebäude kurz von den Amerikanern besetzt gehalten. Nicht zuletzt durch die finanzielle Hilfeleistung der Besitzer aus der Schweiz, kann der erstklassige Hotelbetrieb bald wieder seine Tore öffnen.

Nach dem Tode von Eduard Bezzola und seiner Gattin Clara geht die Liegenschaft auf Silvia Bezzola-Scherz (Palace Hotel Gstaad) und Roman Bezzola (Flims Waldhaus) über.  Der Bau einer Brücke über die Passer, genau vor dem "Hotel Savoy", worüber der gesamte Verkehr in den Vinschgau geleitet wurde, zwang infolge des zunehmenden Verkehrs die Besitzer, das weitum bekannte Hotel zu verkaufen. Mit Kaufvertrag vom 3. November 1967 gelangt das "Hotel Savoy" in den Besitz des Landes, das dort die heutige Landeshotelfachschule eröffnet.