Stolpersteine in Meran
Ein deutscher Künstler hat Anfang der 90er Jahre des letzten Jahrhunderts ein Projekt erarbeitet, in dem er Opfern des Nationalsozialismus die geraubte Menschenwürde und insbesondere ihren Namen zurückgeben wollte.
Vor der letzten Wohnadresse in Freiheit sollte ein mit Messing beschichteter Stolperstein in öffentlichem Grund eingelassen werden, auf dem der Name des Opfers, sein Geburtsjahr, sein Verhaftungsgrund, der Ort und das Datum seiner Vernichtung stehen. Damit wollte er den geschundenen und namenlosen, zu Nummern degradierten und entwürdigten Opfern des Nationalsozialismus wenigstens posthum ihre Menschenwürde zurückgeben. Gleichzeitig bekämen die unzähligen Namenlosen wiederum ihre Identität zurück und somit sollte diese Aktion, die eigentlich nur auf dem Papier entwickelt wurde, zu einer im Jahre 1997 gestarteten europäischen Friedensaktion werden. Der Künstler aus Köln – Gunter Demnig – hat bis zum heutigen Datum in 25 Staaten Europas über 75.000 Steine verlegt.
Nach dieser Einführung war uns schon damals klar, dass wir diese Aktion auch nach Meran bringen möchten. Es hat dann aber einige Jahre gedauert bis das Projekt ausgereift und durchsetzbar war. Stein des Anstoßes war eine große Lehrerveranstaltung in Bozen, bei der selbst die Landesrätin, Frau Dr. Sabina Kasslatter Mur, diese Aktion genannt hatte und uns damit den Startimpuls für unsere Verlegungsaktion in Meran gab. Nach der Rückfrage wegen der Finanzierung und der Unterstützung durch die Landesregierung und der Gemeinde Meran wurde uns nahe gelegt, diese Aktion gemeinsam mit Oberschulen beider Landessprachen durchzuführen, um dieser tollen Aktion noch mehr Gewicht zu verleihen. Damit sind wir dann zu unseren Partnerschulen, dem Gymne Meran, den italienischen Oberschulen Merans und der ITAS von Bozen gekommen. Gemeinsam haben wir die Aktion geplant, im Mai 2012 die Verlegung zusammen mit dem Künstler Gunter Demnig durchgeführt und sind zu guter letzt zu dieser didaktischen Festschrift gelangt.
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